Wie dauerhaftes betreutes Wohnen das Leben in Idaho stabilisiert

Stephanie hatte alles für die Zukunft geplant: einen Doktortitel und einen Traumjob, für den sie hart gearbeitet hatte. Dann brachte häusliche Gewalt ihr Leben aus der Bahn.

“In meinem Fall fehlte mir einfach die familiäre Unterstützung, um mit einer Reihe unglücklicher Ereignisse fertigzuwerden, und dann geriet alles außer Kontrolle”, sagte sie.

Auf der Suche nach einem festen Zuhause irrte Stephanie umher und landete schließlich in Coeur d'Alene. Ein Aufenthalt im Obdachlosenheim von St. Vincent de Paul North Idaho half ihr, einen Job und eine Wohnung zu finden. Doch als auch zu Hause alles zusammenbrach, war Stephanie erneut obdachlos.

“Jeder kann in einer Beziehung sein, in der alles wunderbar läuft, und dann fängt der Partner plötzlich an, ein Alkoholproblem oder psychische Probleme zu entwickeln”, sagte sie. “Plötzlich befindet man sich in einer Situation, in der man vielleicht nirgendwo mehr hin kann.”

Eine Kollegin erzählte Stephanie von Angel Arms, dem Programm für dauerhaftes betreutes Wohnen von St. Vincent.

Dauerhaftes betreutes Wohnen ist ein gemeindebasiertes Wohnmodell, das sichere und bezahlbare Mietwohnungen mit freiwilligen und flexiblen Unterstützungsleistungen für chronisch wohnungslose Menschen kombiniert. Ziel ist es, durch Wohnstabilität die Selbstständigkeit zu fördern. Daher wird das Angebot ohne die in anderen Programmen üblichen Vorbedingungen wie Abstinenz oder Beschäftigung bereitgestellt.

“Es basiert auf dem Housing-First-Modell, bei dem zunächst die Wohnung des Einzelnen bereitgestellt wird und man sich erst später um psychische Gesundheit, Suchtprobleme und andere Schwierigkeiten kümmert”, sagte Annie Parker, Leiterin der Sozialdienste bei St. Vincent de Paul North Idaho. “Es bedeutet einfach, dass wir ihnen ein Dach über dem Kopf geben und sie beim Aufbau ihrer Zukunft unterstützen.”

Eine Studie von der Stadtinstitut Die Studie belegt, dass dauerhaftes betreutes Wohnen die effektivste Lösung ist, um die Wohnstabilität zu erhöhen und chronische Wohnungslosigkeit zu reduzieren. Sie ergab, dass Programme für dauerhaftes betreutes Wohnen die Inanspruchnahme von Notfallversorgungssystemen verringern, die Zahl der Verhaftungen und Gefängnisaufenthalte senken und die Teilnahme an ambulanter psychiatrischer Behandlung erhöhen. In Idaho… Studie aus dem Jahr 2022 Die Studie ergab, dass betreutes Wohnen dem Medicaid-Programm in Idaho mehr als eine halbe Million Dollar pro Jahr einsparen könnte, während das Justizvollzugsministerium von Idaho jährlich fast eine Million Dollar einsparen könnte.

Parker erklärte, ihr Programm umfasse 30 Wohnungen, verteilt auf Coeur d'Alene, Post Falls, Rathdrum und Wallace. Das zweijährige Programm habe positive Ergebnisse gezeigt: Über 75 Prozent der Teilnehmer hätten es erfolgreich mit einer eigenen, stabilen Wohnung abgeschlossen. Deshalb wehre sie sich entschieden gegen die weit verbreiteten Missverständnisse über dauerhaftes betreutes Wohnen.

“Ich höre immer wieder, dass wir das Problem fördern. Wir fördern Drogenkonsum und Alkoholismus und lassen die Betroffenen einfach so leben”, sagte Parker. “Unser Programm holt sie dort ab, wo sie stehen, und hilft ihnen, voranzukommen.”

Parker erklärte, ein besonderes Merkmal ihres Programms sei, dass die Teilnehmenden zwei Monate mietfrei wohnen und das gesparte Geld für Möbel oder andere Dinge des täglichen Bedarfs verwenden können. Danach zahlen sie 30 Prozent ihres Einkommens für die Miete. Zehn Prozent davon fließen zurück in das Programm, die restlichen 20 Prozent werden angespart und stehen den Teilnehmenden nach Abschluss des Programms zur Verfügung.

“Indem sie Miete zahlen, können sie also Geld für eine Anzahlung auf ein Haus, die erste Monatsmiete und Kautionen oder Umzugskosten sparen – je nachdem, wie hoch diese ausfallen. Ich finde es toll, dass ich das ermöglichen kann.”

Für Stephanie hat das Programm die Freiheit eröffnet, neue Karrierewege zu erkunden und ihren nächsten Lebensschritt zu planen. Zum ersten Mal seit Langem verspürt sie Stabilität, sagte sie.

“Ich glaube, in der zweiten Nacht hier habe ich ein heißes Bad genommen. Es war nichts Besonderes, aber aus irgendeinem Grund signalisierte mir mein Körper endlich: ‘Oh, ich bin in Sicherheit.’ Ich denke, das Programm hat einen großen Unterschied für mein Sicherheitsgefühl gemacht.”

Einige Namen in diesem Artikel wurden geändert, um die Identität der Beteiligten zu schützen. Wenn Sie oder jemand, den Sie kennen, sich in einer gewalttätigen Beziehung befindet und Hilfe benötigt, wenden Sie sich bitte an die Nationale Hotline gegen Häusliche Gewalt unter 1-800-799-SAFE (7233) oder www.die Hotline.org.

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